Äquivalenzeinkommen

Skaliertes Einkommen z. B. verfügbare Einkommen. Die Skalierung erfolgt mittels der OECD-Skala. Hierbei erhält die erste erwachsene Person im Haushalt ein Gewicht von 1. Weitere im Haushalt lebende Personen, die älter als 14 Jahre sind, erhalten  ein Gewicht von 0,5. Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren werden mit 0,3 gewichtet.  Mittels dieser Umrechnung werden der geringere Bedarf von Kindern und die sinkenden Pro-Kopf-Ausgaben bei steigender Haushaltsgrösse berücksichtigt. Da alle Haushaltsmitglieder gleich von dem gemeinsamen Einkommen profitieren, wird das errechnete Äquivalenzeinkommen jedem Haushaltsmitglied zugewiesen.

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Armutsgrenze

Es kann zwischen relativen und absoluten Armutsgrenzen unterschieden werden. Eine relative Armutsgrenze liegt bei 60 % bzw. 50 % des mittleren verfügbaren Äquivalenzeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten. Absolute Armutsgrenzen werden in der Schweiz von der SKOS veröffentlicht und variieren je nach Haushaltskonstellation und Wohnort. Die SKOS-Armutsgrenze dient als Grundlage zur Berechnung der Sozialhilfe. Armutsgrenzen sind umstritten, denn die sogenannte Einkommensarmut gibt den gesellschaftlichen Status nur unzureichend wieder. Faktoren wie Bildungsstand oder soziales Netz spielen ebenfalls eine große Rolle.

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Bruttohaushaltseinkommen

Die Einkommen sämtlicher Haushaltsmitglieder werden im Bruttohaushaltseinkommen zusammengefasst. Neben Bruttolöhnen (vor Abzug der Sozialabgaben), Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit, Renten (von AHV, IV und Pensionskassen), Sozialleistungen, Zinsen, Dividenden und andere Vermögenseinkommen gehören auch Transferzahlungen von anderen Haushalten zum Bruttohaushalteinkommen. Das Einkommen umfasst nicht nur Bargeldüberweisungen, sondern auch Naturalleistungen.

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Bruttomedianlohn

Der Bruttomedianlohn ist der Wert, der, wenn alle Bruttolöhne aufsteigend geordnet werden, genau in der Mitte liegt. Die Hälfte der Arbeitnehmenden verdient mehr, die andere weniger als dieser Wert.

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Einkommens-Perzentile

Einkommens-Perzentile dienen zur Beschreibung der Einkommensverteilung. Zunächst wird die beobachtete Population nach dem Einkommen geordnet und in 100 gleich grosse Teile aufgeteilt. Das X% -Perzentil gibt an, welches Einkommen die Personengruppe hat, welche sich auf der Skala von 0 bis 100 an Stelle X befindet.

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Einkommens-Quantile

Dezile und Quintile (allgemein Quantile) dienen zur Beschreibung der Einkommensverteilung. Zunächst wird die beobachtete Population nach dem Einkommen geordnet und in 10 bzw. 5 gleich aufgeteilt. Siehe auch Perzentile.

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Einkommens-Quintile

Siehe Einkommens-Quantil.

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Gini-Koeffizient

Der Gini-Koeffizient misst, wie ungleich Einkommen oder Vermögen in einer Gesellschaft verteilt sind. Er kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen. Dabei bedeutet der Wert 0, dass jede Person über das gleiche Einkommen bzw. Vermögen verfügt. Der Wert 1 bedeutet, dass eine Person über das gesamte Einkommen bzw. das gesamte Vermögen verfügt. Grafisch ergibt sich der Gini-Koeffizient aus der Lorenzkurve.

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Lorenzkurve

Die Lorenzkurve ist eine grafische Darstellung der Einkommensverteilung. Auf der x-Achse werden die relativen kumulierten Häufigkeiten der Bevölkerung und auf der y-Achse die nach der Grösse geordneten, relativem kumulierten Häufigkeiten ihrer Einkommen abgetragen. Bei gleichmässig verteilten Einkommen würde das Gesamteinkommen proportional zur Bevölkerung ansteigen, d.h. 5 % der Bevölkerung erhalten 5 % des Gesamteinkommens, 10 % der Bevölkerung erhalten 10 % des Gesamteinkommens usw. Grafisch entspricht dies einer Diagonalen. In der Realität haben Personen mit einem niedrigen Einkommen, einen unterproportionalen Anteil am Einkommen, während die Einkommensreichen einen überproportionalen Anteil haben. Grafisch entspricht dies einer unterhalb der Diagonalen liegenden Kurve, diese Kurve ist die Lorenzkurve. Je ungleicher die Einkommensverteilung einer Gesellschaft ist, desto grösser ist die Fläche zwischen der Kurve und der Diagonalen.

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Medianeinkommen

Das Medianeinkommen ist der Wert, der, wenn alle Einkommen aufsteigend geordnet werden, genau in der Mitte liegt. Es wird auch als mittleres Einkommen bezeichnet.

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Nettohaushaltseinkommen

Das Nettohaushaltseinkommen ergibt sich aus den Gesamteinkünften aller Mitglieder eines Haushaltes (Bruttohaushaltseinkommen) nach Steuern und Sozialabgaben.

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Pauschalbesteuerte

In der Schweiz ansässige Ausländer ohne Erwerbseinkommen in der Schweiz, die auf der Grundlage ihres (Lebens-)Aufwands besteuert werden, statt wie andere Steuerpflichtige auf der Grundlage ihres Einkommens und Vermögens.

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Pen Parade

Darstellung der Einkommensverteilung. Die Bevölkerung wird nach der Einkommenshöhe sortiert. Diese Darstellung geht auf Jan Pen zurück.

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Pflichtige

Hier natürliche Personen, die der direkten Bundessteuer unterliegen.

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Pietra-Koeffizient

Der Pietra-Koeffizient misst wie ungleich Einkommen oder Vermögen in einer Gesellschaft verteilt sind. Er gibt an wie viel Einkommen oder Vermögen umverteilt werden muss, damit diese gleichmässig verteilt sind. Grafisch ergibt sich dieser Koeffizient aus der Lorenzkurve. Der Pietra-Koeffizient ist die maximale Vertikale zwischen der Lorenzkurve und der Geraden (blaue Linie). Der Pietra-Koeffizient wird auch als Robin-Hood-Index oder Ricci-Schutz-Index bezeichnet.

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Primäreinkommen

Das Primäreinkommen ergibt sich aus dem Bruttohaushaltseinkommen abzüglich der Transferleistungen (Renten, Sozialleistungen und monetäre Überweisungen von anderen Haushalten).

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Quintilverhältnis

Das Quintilverhältnis S80/S20 ist der Quotient aus dem Einkommensanteil der Reichsten 20 % und dem Einkommensanteil der Ärmsten 20 % der Bevölkerung. Je ungleicher das Einkommen zwischen diesen Bevölkerungsgruppen verteilt ist, desto stärker weicht der Quotient von 1 ab. Da die Bewertung der Ungleichheit beim Quintilverhältnis auf den beiden äusseren 20 % der Einkommensverteilung beruht, wird es üblicherweise um weitere Ungleichheitsmasse ergänzt, die die gesamte Verteilung berücksichtigen (z. B. Gini-Koeffizient).

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Reines Einkommen

Das reine Einkommen ist ein Begriff aus dem Steuerrecht. Es ergibt sich aus den steuerbaren Einkünften vermindert um die Gewinnungskostenabzüge und die allgemeinen Abzüge.

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Soziales Existenzminimum

Das soziale Existenzminimum wird in der Schweiz von der SKOS festgelegt und dient als Grundlage für die Berechnung der Sozialhilfe. Es besteht aus bedarfsbezogenen Komponenten (Wohnkosten, Gesundheitskosten, Grundbedarf und situationsbedingten Leistungen) und Leistungen mit Anreizcharakter. Die Höhe des sozialen Existenzminimums wird so gewählt, dass das physische Überleben sichergestellt ist und die Teilhabe am Sozial- und Erwerbsleben gewährleistet ist.

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Standardisierter Bruttomedianlohn

Der standardisierte Bruttomedianlohn ist der Wert, der genau in der Mitte liegt, wenn alle Löhne aufsteigend sortiert werden. Hierbei werden die Löhne von Teilzeitbeschäftigten zunächst standardisiert, indem sie auf eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden hochgerechnet werden. Eingerechnete Lohnkomponenten sind der Nettolohn, Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen, Naturalabgeltungen, regelmässige Prämien und Provisionen, Schicht-, Nacht- und Sonntagsarbeitsentschädigungen, 1/12 des 13. Monatslohnes und/oder Gratifikationen. Familien- und Kinderzulagen sind nicht enthalten.

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Steuerbares Einkommen

Das steuerbare Einkommen sind die steuerbaren Einkünfte abzüglich der Gewinnungskostenabzüge, allgemeinen Abzüge und Sozialabzüge.

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Theil-Index

Der Theil-Index misst, wie ungleich Einkommen oder Vermögen in einer Gesellschaft verteilt sind. Er kann Werte zwischen 0 und log(n) annehmen. Dabei bedeutet der Wert 0, dass jede Person über das gleiche Einkommen bzw. Vermögen verfügt. Verfügt hingegen eine Person allein über das gesamte Einkommen bzw. Vermögen, so nimmt der Theil-Index den Wert log(n) an.

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Transferausgaben

Transferausgaben sind staatliche oder staatlich geregelte Ausgaben wie z. B. Sozialversicherungsbeiträge (AHV, IV, EO, ALV, UVG, BVG), Steuern, Krankenkassen-Grundversicherungsprämien. Auch regelmässige Unterstützungsbeiträge an andere Haushalte wie etwa bezahlte Alimente zählen zu den Transferausgaben.

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Transferleistungen/-einkommen

Transferleistungen/-einkommen sind staatliche oder staatlich geregelte Renten und Sozialleistungen (beispielsweise Renten der AHV/IV und der Pensionskassen, Taggelder der EO, der ALV der SUVA und der Krankenkasse, kantonale Prämienverbilligungen für die Krankenkassen-Grundversicherung, Mietzuschüsse, Stipendien, Familienzulagen und Sozialhilfe). Auch regelmässige Überweisungen von anderen Haushalten wie etwa erhaltene Alimente zählen zu den Transfereinkommen.

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Variationskoeffizient

Der Variationskoeffizient wird auch als relative Standardabweichung bezeichnet und ist definiert als die Standardabweichung dividiert durch den Mittelwert.

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Verfügbares Einkommen

Das verfügbare Einkommen ergibt sich aus dem Bruttohaushaltseinkommen abzüglich der obligatorischen Ausgaben. Zu den obligatorischen Ausgaben gehören Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV-Beiträge, berufliche Vorsorge usw.), Steuern, Krankenkassenprämien (Grundversicherung) und regelmässigen Transferzahlungen an andere Haushalte.

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