Ergebnisse anderer Studien

Andere Studien zum Thema Einkommensungleichheit in der Schweiz zeigen ein sich teilweise widersprechendes Bild. Betrachtet man die steuerbaren Einkommen, so sind diese im Jahr 2012 ungleicher verteilt als im Jahr 2001. So stieg der Gini-Koeffizient von 0,37 im Jahr 2001 auf 0,40 im Jahr 2012. Auch bei der Verteilung der Löhne nahm die Ungleichheit zu. Mit Werten zwischen 0,23 (Gini-Koeffizient im Jahr 1998) und 0,26 (Gini-Koeffizient im 2010) sind die Löhne gleicher verteilt als die steuerbaren Einkommen. Die Gini-Koeffizienten der verfügbaren Einkommen schwanken zwischen 0,30 und 0,28 und sind im Jahr 2011 gleich zu den Vorjahren. Die Ergebnisse der SILC-Erhegung, die bereits für das Jahr 2014 vorliegen, sprechen für einen leichten Anstieg der Ungleichheit gegenüber dem Vorjahr. Ursachen für die unterschiedlichen Verläufe und die Niveaus der Gini-Koeffizienten sind unterschiedliche Grundgesamtheiten und Einkommensbegriffe.

Daten im Detail

Erhebung 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
HABE1 0,30 0,29 0,29 0,26 0,27 0,26 0,27 0,27 0,27 0,29 0,28 0,28 0,28 0,28 - - -
LSE2 0,23 0,23 0,24 0,24 0,24 0,24 0,24 0,24 0,25 0,25 0,26 0,26 0,26 - - - -
ESTV3 - - - 0,37 0,37 0,37 0,38 0,38 0,38 0,40 0,40 0,39 0,40 0,41 0,40 - -
Silc4 - - - - - - - - - 0,30 0,31 0,31 0,30 0,30 0,29 0,29 0,30
BAK-WWZ5 - - - - - - - - - 0,32 0,34 0,34 0,33 0,31 0,30 0,31 -

1Haushaltsbudgeterhebung: Einkommensbasis: Verfügbares Äquivalenzeinkommen der Gesamtbevölkerung

2Lohnstrukturerhebung: Einkommensbasis: Standardisierte Bruttomonatslohn

3Statistik direkte Bundessteuer natürliche Personen.: Einkommensbasis: Steuerbares Einkommen

4Einkommen und Lebensbedingungen in der Schweiz: Einkommensbasis: Verfügbares Äquivalenzeinkommen der Gesamtbevölkerung

5BAK-WWZ-Verteilung: Einkommensbasis: Verfügbares Äquivalenzeinkommen der Gesamtbevölkerung

Quintilverhältnis S80/S20

Vor allem bei internationalen Vergleichen wird häufig das sogenannte Quintilverhältnis angegeben. Dieses setzt das Einkommen der oberen 20 % ins Verhältnis zu den unteren 20 %, sagt also nichts über die Verteilung der mittleren Einkommen aus. Die Zahlen der HABE gehen bis zum Jahr 1998 zurück. Zwischen 1998 und 2001 sank das Quintilverhältnis von 4,70 auf 3,79, stieg dann bis zum Jahr 2007 wieder auf über 4,50 und stagniert seitdem.     

 

 

Erhebung 1998 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
HABE1 4,70 4,25 3,79 4,00 3,81 4,02 4,03 4,16 4,56 4,27 4,26 4,43 4,40 4,53 - -
SILC2 - - - - - - - - 4,53 5,03 4,45 4,28 4,31 4,23 4,03 4,22

1Haushaltsbudgeterhebung: Einkommensbasis: Verfügbares Äquivalenzeinkommen der Gesamtbevölkerung

2Lohnstrukturerhebung: Einkommensbasis: Standardisierte Bruttomonatslohn

Quellen

Bundesamt für Statistik, Haushaltsbudgeterhebung (HABE), Lohnstrukturerhebung (LSE), Einkommens- und Lebensbedingungen in der Schweiz (Silc); Eidgenössische Steuerverwaltung, Statistik direkte Bundessteuer natürliche Personen; eigene Berechnungen